karlsruhe

Euer Braun machen wir zu Bunt

Am 03. Juni wird Karlsruhe Treffpunkt zweier Szenen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die SPDQueer, die Jusos und die SPD Karlsruhe laden ein, gegen den sogenannten “Tag der deutschen Zukunft” (TddZ) zu demonstrieren und anschließend auf dem Christopher Street Day Farbe zu bekennen. Ein Aufruf von Maike Koch, stellvertretende Kreisvorsitzende der Jusos Karlsruhe-Stadt und Maximilian Schwald, Co-Vorsitzender der SPDQueer Karlsruhe und Region. 

2015 feierte unsere noch recht junge Stadt ihren 300. Geburtstag. Zu diesem runden Jubiläum fanden die Begriffe Toleranz, Offenheit und Vielfalt in fast jeder Festrede besondere Betonung. Die Stadt feierte sich selbst für eine Tradition der offenherzigen Toleranz und die große Stärke, die der Stadt durch die Vielfalt ihrer Bürger über drei Jahrhunderte hinweg gegeben worden sei.

Im Gegensatz dazu stand – und steht – dass sich im Jubiläumsjahr Karlsruhes in der Tradition von PEGIDA eine Bewegung etablierte, die sich erst “KARGIDA” und schließlich “Karlsruhe wehrt sich” nannte. Sie propagieren alles, für was wir, die Jusos, die SPD und die Stadt Karlsruhe nicht stehen.

Wir leben in einer Stadt, die mit ihren Universitäten, mit einer europäischen Schule, mit ihren internationalen Beziehungen und Kooperationen, mit ihrem Sitz im Dreiländereck, vom Austausch zwischen den Kulturen lebt.

Karlsruhe ist bunt. Karlsruhe ist vielfältig. Karlsruhe ist tolerant. Und das wollen wir bleiben.

Karlsruhe ist die Stadt des Rechts, nicht die Stadt der Rechten.

Am 03. Mai nicht den Rechten das Feld überlassen

Jetzt wenden wir uns nicht an euch, weil wir uns nicht gegen KARGIDA wehren können. Wir wenden uns an euch, weil Karlsruhe am 03. Juni nicht nur Treffpunkt der rechten Szene aus dem Umland werden soll, sondern weil diese rechte Szene Karlsruhe langfristig zu einer Hochburg ihrer deutschen und europäischen Verbündeten machen will. Es werden an diesem Tag 2000 Nazis aus ganz Europa erwartet, die nicht nur Karlsruhe, nicht nur Deutschland, sondern unserem ganzen Kontinent ihre Vorstellung einer “guten Zukunft” aufdrücken wollen, die aus Nationalismus, Chauvinismus, Engstirnigkeit, Fremdenhass und Homophobie besteht.

Organisator ist der Vorsitzende der Kleinstpartei “die Rechte” Christian Worsch. Er hat das erklärte Ziel, Bürgermeister der badischen Stadt Au am Rhein zu werden. Er ist mehr als nur das, was wir gemeinhin als “rechten Spinner auf der Straße” bezeichnen: Er ist Rechtsextremist und will nicht nur sich, sondern die ganze rechte Szene wieder salonfähig machen. Das müssen wir verhindern. Rechtspopulismus darf nicht zum Alltag werden.

Christopher Street Day in Karlsruhe

Doch das ist nicht alles. Ebenfalls am 03. Juni findet in der Karlsruher Innenstadt der Christopher Street Day statt und er soll größer werden als je zuvor. Auch, um ein Statement gegen den braunen Mob und für eine pluralistische und tolerante Gesellschaft zu setzen.

Seit 2011 präsentiert sich die Community auf einer großen Parade und einem anschließenden Familienfest in der Stadt. Auch den Sozialdemokraten ist es zu verdanken, dass dieser Tag mittlerweile fest verankert ist. Es war Frank Mentrup, der in seinem ersten Amtsjahr die Schirmherrschaft übernahm und somit stellvertretend für die Stadt seine Unterstützung für die Anliegen und Ziele der Veranstalter aussprach. Alljährlich wehen an städtischen Gebäuden die Regenbogenfahnen, ein schönes Zeichen, das unter dem christdemokratischen Vorgänger im Rathaus noch undenkbar war.

Wir Jusos sind CSD-Teilnehmer der ersten Stunde. Auf sechs Umzügen haben wir auch gemerkt, wie sich die Haltung des Publikums geändert hat: Im Sommer 2011 kam es neben verständnislosem Kopfschütteln auch zu unschönen Szenen, etwa spuckende Männer oder Bekehrungsversuche von bibeltreuen Christen am Demozug.  Mittlerweile suchen Karlsruherinnen und Karlsruher bewusst als Zuschauer den CSD auf, feiern mit und lassen sich von der guten Stimmung der Teilnehmer anstecken. Der Christopher Street Day ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Er wird mit jedem Jahr größer und lauter – und auch der Beitrag der Jusos wächst stetig. Lange Zeit sind wir als Fußgruppe hinter einem schicken, gemieteten Sportcabrio her gelaufen. Das hat der Stimmung keinen Abbruch getan, doch standen wir im Schatten anderer, mit einem LKW ausgerüsteten Demoteilnehmer. Zu nennen ist hier vorallem “Die Linke”.

Diese schön geredete Bescheidenheit hatte letztes Jahr ein Ende: Zusammen mit uns nahestehenden Gruppierungen in der Stadt, stellten wird die größte Teilnehmergruppe und beschallten den Demozug von unserem – zugegebenermaßen noch etwas provisorisch dekorierten LKW mit ausgewählter Partymusik.

Haltung gegen Rechts bedeutet: Flagge zeigen

Auch dieses Jahr stellen wir wieder den klaren Anspruch, die größte Gruppe zu stellen. Auch schließen wir uns dem Motto der CSD-Organisatoren, “bunte Liebe statt brauner Hass”, an. Keine Veranstaltung eignet sich neben der Gegenkundgebung zum TddZ besser als der CSD, um den Rechten dieser Welt zu zeigen, dass sie keinen Anspruch haben, Zukunft zu gestalten. Mit dem großen Bundestruck, den ihr vielleicht von den Demos in Mannheim oder Stuttgart kennt, wollen wir sofort ins Auge der Zuschauer stechen. Besonderen Dank schuldet die neu gegründete AG “SPDQueer Karlsruhe und Region” den SPD-Kreisverbänden der Region südliches Nordbaden, die die Finanzierung des Trucks übernehmen. Auch freuen wir uns besonders auf den Auftritt unserer SPD-Landesvorsitzende Leni Breymaier auf der CSD-Kundgebung. Wir sind uns sicher, dass wir uns auch auf euch verlassen können. Lasst uns als Jusos aus dem ganzen Land ein Zeichen für eine offene, vielfältige und liebenswerte Gesellschaft setzen. Damit Karlsruhe auch in 300 Jahren voller Stolz auf seine große, freiheitliche und tolerante Geschichte zurückblicken kann.

Denn deren Braun machen wir zu Bunt!

Bei Rückfragen zum Ablauf, Anfahrt, Koordination meldet euch bei jusoskarlsruhe@gmail.com oder spdqueerka@gmail.com . Wir zählen auf euch!

 

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