Rück-Evolution?

Ein Friedensnobelpreis für Donald Trump? Klingt absurd. Dennoch hat der japanische Premierminister Shinzo Abe genau das vorgeschlagen. Petra Feichtenbeiner (KV Heidenheim) setzt sich in ihrem Gastbeitrag kreativ mit dieser Forderung auseinander.

Oftmals lässt sich eine doch recht bemerkenswerte, wenngleich auch oft unter dem Glauben an den Humanitätsbegriff getarnte, stetige Hinwendung zu den unserer Art urtümlichen animalischen Wurzeln erkennen, welche man auch ganz salopp als Rückevolution betiteln könnte. Doch selten passiert dies in solch gravierender und geradezu perverser Rasantheit, wie es gerade ein Exemplar dieser besagten Spezies vermag. Zu allem Übel mag es sich auch noch an seiner unbestreitbaren Popularität ergötzen, obgleich deren polarisierende Wirkung alsbald an die 20.000 km heranreicht.

Betroffene

Manche Bevölkerungsgruppen leiden im Besonderen unter dieser Rückentwicklung: Zum einen sticht dabei die mauernde Haltung, welche sich der/die abenteuerlustige LeserIn gern als sechs Meter hohen mit Stacheldraht gekrönten Zaun vorstellen mag, gegenüber schutzsuchenden BewohnerInnen eines benachbarten mittelamerikanischen Staates hervor. Wenn man weiter ausholen möchte, empfiehlt es sich, den Blick auf einige Länder des nahen Morgenlandes zu richten, welchen bedauernswerterweise die Möglichkeit genommen wurde, jenes Exemplar aus nächster Nähe bestaunen zu können.

Ein weiteres Indiz seines mit großer Geschwindigkeit fortschreitenden Rückwärtsganges ist die Wahnvorstellung, andere seien wegen stärker pigmentierter Haut oder auch schlichtweg aufgrund des Fehlens eines Phallus’ bereits weiter fortgeschritten auf dem Weg zurück zum animalischen, was nunmehr einer 180°-Wende der Tatsachen entspricht.

Der Eklat

Umso gravierender sticht es einem, ähnlich einem mit Kurare versehenen Indianerpfeils, ins Auge, wenn der japanische Ministerpräsident meint, dem Genannten einen Preis verleihen zu wollen, welcher für solche vorgesehen ist, die den Frieden verteidigen. Dem geschätzten Herrn Abe scheinen bei dieser sicher ebenso freiwilligen wie uneigennützigen Geste der Freundschaft wohl einige Kriegshandlungen, welche sich im letzten Jahr besonders auf Länder des nahen Orients konzentrierten, sowie weitere subtilere Vorkommnisse während der letzten zwei Jahre entgangen zu sein. 

So war es doch unbestreitbar Präsident Trump, welcher meinte, die einzig richtige Antwort auf solch akuten Waffenmissbrauch an Schulen wie der am Valentinstag letzten Jahres in Parkland, sei es, diesen nun auch noch auf Lehrer auszuweiten. Diese Lösung erinnert an längst vergessene Strafprinzipien aus der Urzeit des evolutionären menschlichen Fötuszustandes, als noch angenommen wurde, Gewalt könne einzig und allein durch ihre noch extremere Form ausgemerzt werden.  Zusätzlich ließe sich bei genauerer Analyse mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststellen, dass hierbei womöglich die Interessen einer gewissen Waffenlobbyorganisation eine entscheidende Rolle gespielt haben mögen, welche nunmehr das ziemliche Gegenstück zur Friedenserhaltung verkörpert.

Globale Folgen

Als seien diese mentalitätsinternen Merkmale noch nicht ausgeprägt genug, weitet sich Herrn Trumps Einflussbereich nicht zuletzt auch auf seinen natürlichen Lebensraum aus, gegen den er ebenfalls einen regelrechten Krieg zu führen scheint. Dessen Vernichtung treibt er voran und gleicht dabei einem Orang-Utan, welcher den Wald in Flammen setzt, den er bewohnt.
Dabei hatten wir doch längst geglaubt, jenen uns hartnäckig innewohnenden Narzissmus überwunden zu haben, welcher seinerzeit zu einer geradezu panischen Verleugnung wissenschaftlich erwiesener Tatsachen wie der des kopernikanischen Weltbildes führte. Doch der werte US-Präsident und seine AnhängerInnen scheinen diesem Phänomen noch in solch drastischem Ausmaß zu unterliegen, dass sie noch immer die bereits vielerorts spürbare Verschlechterung der physischen Gesundheit unseres Planeten vehement abzustreiten vermögen.

Fazit

Es ließen sich sicher noch endlos weitere Gründe finden, weshalb jemandem wie Donald Trump weder der Ruhm einer solchen Auszeichnung verliehen werden, noch die Regierung eines der mächtigsten Länder dieser Erde obliegen sollte. Doch was einem eine noch eisigere Kälte in die Glieder treibt als Trump selbst ist, dass die Ursache jenen Übels bei der schwindelerregend großen Masse all derer begründet liegt, welche ihm vor zwei Jahren überhaupt erst die Krone aufsetzten und damit den Berg des Fortschritts unserer Spezies jubelnd wieder hinunterrutschten.

Vermutlich ist die besagte Evolutionsumkehrung bei Betrachtung der Mehrheit unserer Erdbevölkerung zwar wohl nicht mehr aufzuhalten, doch wird man wohl noch hoffen dürfen…auf ein klein wenig Entschleunigung?