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Wahlkampfideen für den Schlussspurt

Zum Schlussspurt stellen einige unserer Redaktionsmitglieder noch zwei Wahlkampfideen vor, die ohne viel Aufwand eingesetzt werden können.

Von Jakob Dongus, Lara Herter und Christoph Ott

Guerilla-Wahlkampf

SPD, hör die Signale: Klassische Infostände sind out! In einer reizüberfluteten Gesellschaft, die schon alles gesehen hat, gilt: Aufmerksamkeit erregen! Es bedarf des Überraschungseffekts: Aber wie gelingt das?

Kauft euch einige Dosen Sprühkreide und fertigt Schablonen an: Versucht, präzise Forderungen zu formulieren. Auch der rote Löwe oder das SPD- beziehungsweise Juso-Logo eignen sich gut als Vorlage einer Schablone. Um nun eure politischen Spuren zu hinterlassen, könnt ihr sowohl nachts als auch tagsüber aktiv werden:

Variante 1: Eine Nacht-und-Nebel-Aktion. Trefft euch am frühen Morgen und sprüht mehrere Slogans auf den Boden (ließe sich mit einer Kneipentour kombinieren, aber nur bei nicht allzu hohem Alkoholpegel). Variante 2: Eine Live-Aktion. Sprüht an einem gut besuchten Ort und nutzt die Gelegenheit, um Gespräche mit Passanten zu führen.

Am meisten Sinn ergibt es, wenn ihr die Sprüche neben passenden Gebäuden anbringt. Zum Beispiel: „Abschaffung der Kita-Gebühren!“ neben der städtischen Kindertagesstätte oder „Abschaffung der Meistergebühren“ neben der Berufsschule.

Bitte beachtet: Holt euch entweder eine Genehmigung beim Ordnungsamt – oder gebt euch bei Fragen als die Junge Union aus!

Club- und Kneipenwahlkampf

Wahlkampfzeit! Das heißt Plakate aufhängen, Flyer bei Infoständen verteilen und eventuell Hausbesuche machen.

Vieles wird ausprobiert, um verschiedene Wählerklientele anzusprechen.

Doch wir von den Jusos Heilbronn fanden schon immer, dass bei all diesem Einsatz ein Wählerklientel zu kurz kommt: die Jugend.

Es ist sicherlich ein schwieriges Unterfangen für viele Parteien, den Nerv der Jugend zu treffen – sei es bei der Ansprache oder bei den Themen.

Wir Jusos kämpfen jedoch gerade auch für junge Themen, doch unsere Erfolge und unsere Ziele müssen noch besser bei den Jugendlichen ankommen.

Deshalb haben wir uns bei unserem letzten Oberbürgermeister- und Gemeinderatswahlkampf in Heilbronn überlegt, dass wir einfach neue Ansprachewege ausprobieren.

Kneipenwahlkampf

Also sind wir an einem Freitagabend mit Süßigkeiten bewaffnet in die Heilbronner Innenstadt gegangen, um dort zu sein, wo sich am Wochenende auch viele Jugendliche treffen: In Bars und Kneipen.

Frisch angekommen in einer Kneipe sind wir erstmal zum Barkeeper gegangen, um zu fragen, ob wir hier Flyer und Süßigkeiten verteilen dürfen.

Erstaunlicherweise durften wir das in fast jeder Bar. Sogar in zwei Bars, bei denen bekannt ist, dass die Inhaberin ein engagiertes FDP-Mitglied ist.

In der Kneipe gingen wir dann von Tisch zu Tisch und kamen mit vielen Gästen sehr gut ins Gespräch.

Die meisten waren sehr aufgeschlossen und man merkte, dass die angesprochene Person weniger in Hektik war, als beim Vorbeilaufen an einem Infostand am Samstagmorgen.

Natürlich gab es auch Personen, die nicht über Politik reden wollten, aber es waren weniger als wir gedacht haben und weniger als wir gewohnt waren von unseren anderen Wahlkampfaktionen.

Clubwahlkampf

Da der Kneipenwahlkampf recht gut lief dachten wir, dass wir noch einen drauf legen wollten:

Zusammen mit unserem Oberbürgermeisterkandidat Harry Mergel haben wir uns in einer Samstagnacht vor den Heilbronner Club “Green Door“ gestellt.

Wir standen direkt vor dem Eingang und haben Knicklichter, Süßigkeiten und Flyer verteilt.

Vor diesem Schritt hatten wir eine lange Zeit Hemmungen, da uns dieser Anspracheweg dann doch etwas zu offensiv vorkam.

Doch wir wurden vom Gegenteil überzeugt:

Viele waren neugierig und wollten wissen, was es mit dieser Aktion auf sich hat. Gerade auch die Knicklichter kamen bei dem Partyvolk gut an und der ganze Club war danach voller bunter leuchtender Knicklichter.

Für uns Jusos Heilbronn waren diese Wahlkampfabende nicht nur erfolgreich, sondern sie haben auch allen Beteiligten Spaß gemacht.

Wir können diese Art des Wahlkampfes also nur jedem weiterempfehlen.

Jakob Dongus ist 22 und freier Redakteur beim KONTRA und Vorsitzender des Juso-Kreisverbandes Heilbronn.

Lara Herter ist 21 und studiert an der Universität Tübingen Politikwissenschaft. Zudem ist sie Gemeinderätin in Albstadt.

Christoph Ott ist freier Redakteur beim KONTRA und studiert Jura an der Universität Freiburg.