Generationenkonflikt

Generationenkonflikt

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  • Beitrags-Kategorie:Allgemein

Kontra 2021

„Die Welt vergöttert die Jugend, aber regieren lässt sie sich von den Alten“

-Henry de Montherlant (1895-1972)

 

Als am Ende des vergangenen Sommers Angela Merkel zum zweiten Mal, diesmal im Kanzleramt, auf Greta Thunberg traf wurde eines mal wieder klar: Unsere Kanzlerin hat durchaus Sympathien für die junge Klimaaktivistin, ihre MitstreiterInnen und die Überzeugungen, für die sie kämpfen. Doch schon vor dem Treffen war klar, dass doch eben viel Symbolik im Spiel ist. Immerhin konnte das Thema im Corona-Jahr wieder etwas Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Doch das Phänomen ist klar erkennbar: Junge Menschen fordern ihre Eltern und Großelterngeneration, die zum Großteil an den Hebeln der Macht sitzen, zum Handeln auf und prangern gleichzeitig die bisherige Lebensweise dieser Generationen an. Von PolitikerInnen wie Merkel oder Macron werden sie dafür beklatscht und gelobt. Das Problem: Gehandelt wird dann meistens nur wenig!

Das sind die großen Unterschiede zu Generationenkonflikten aus dem 20. Jahrhundert. Dort ging es meist um die großen ideologischen Fragen. Männer wie Rudi Dutschke prangerten Generationen an, die Verbrechen gegen die Menschheit begangen hatten oder diese zumindest toleriert haben. Die radikalen Lösungen wurden in Protesten ausgetragen, die von der Staatsmacht gewaltsam niedergeschlagen wurden, was den harten Kern letztlich in den Untergrund trieb. All das endete im deutschen Herbst mit den grausamen Taten der RAF.

Von dieser Art extremer Generationenkonflikten sind wir zum Glück weit entfernt. Doch wenn ich an das oben beschriebene Phänomen denke, entfährt mir ein langer Seufzer. Es nervt, nicht ernst genommen zu werden. Gerade beim Klimawandel liegen die Fakten seit über 30 Jahren auf dem Tisch. Es ist das meist aufgeschobene politische Thema aller Zeiten. Jeder und Jede, der nicht ganz abseits der Realität lebt müsste wissen, was die Stunde geschlagen hat.

Nun sind wir am Knackpunkt angelangt: Die Alten wissen zwar, was sie tun müssten, müssten aber ihr Leben aus ihrer Sicht radikal umstellen, wenn sie das Klima wirklich retten wollten/wollen würden. Wir Jungen, klar können auch wir nicht so weiter machen, müssen aber noch einige Jahrzehnte länger auf einer dann erwärmten Erde leben. Unsere Generation wird es ausbaden müssen, wenn wir jetzt nicht handeln. Es würde von den Alten zwar keiner zugeben: Uns betrifft es ja nicht mehr, wieso also unser Leben auf links drehen?

Dann kam da plötzlich ein Virus. Keiner redete mehr über Paris, Kohlekraftwerke oder Klimaneutralität. Nun ging es um Fallzahlen, Inzidenzen und Intensivbetten. Der CO2 Ausstoß sank im ersten Lockdown genauso wie der Spaß am Leben. Jeder und jede musste und muss sich einschränken, es wurde immer davon gesprochen, dass die Pandemie jeden gleich trifft. Doch das war von Beginn an eine Lüge!

Ziemlich schnell wurde klar, dass je älter man [VS1] ist, umso höher die Wahrscheinlichkeit an Covid 19 zu sterben oder an einen schweren Verlauf mit Langzeitfolgen zu erkranken.

Die Pointe ist also, dass von heute auf morgen wir Jungen auf Partys, Reisen oder Mannschaftssport verzichten sollen, um die Zukunft der Alten zu sichern. Wenn es aber um die Zukunft der Jungen geht wird jahrelang nur rumgedruckst und halbgar gehandelt. Diese Diskrepanz war und ist, auch bei der Richtigkeit der meisten Corona-Maßnahmen, schwer zu ertragen. Es würde von uns Jungen zwar keiner zugeben: Uns betrifft die Krankheit ja nicht, wieso also unser Leben auf links drehen?

Nun kann man sagen, es gibt ja den natürlichen Lauf der Dinge, der einen Generationenkonflikt am einfachsten löst. Leider wird das weder für die Klimakrise noch für Corona eine Lösung sein. Die Alten sollten aufhören uns zu loben und anfangen uns ernst zu nehmen. Wir Jungen sollten weiter unsere Alten schützen und uns impfen lassen, sobald dies für alle möglich ist. Letztlich löst man einen Generationenkonflikt am besten, indem beide Parteien gemeinsam nach Lösungen suchen, auch wenn das noch einige bittere Kompromisse zur Folge haben wird. Aber das ist eben Demokratie.

©2021

Kontra 2021

„Die Welt vergöttert die Jugend, aber regieren lässt sie sich von den Alten“

-Henry de Montherlant (1895-1972)

 

Als am Ende des vergangenen Sommers Angela Merkel zum zweiten Mal, diesmal im Kanzleramt, auf Greta Thunberg traf wurde eines mal wieder klar: Unsere Kanzlerin hat durchaus Sympathien für die junge Klimaaktivistin, ihre MitstreiterInnen und die Überzeugungen, für die sie kämpfen. Doch schon vor dem Treffen war klar, dass doch eben viel Symbolik im Spiel ist. Immerhin konnte das Thema im Corona-Jahr wieder etwas Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Doch das Phänomen ist klar erkennbar: Junge Menschen fordern ihre Eltern und Großelterngeneration, die zum Großteil an den Hebeln der Macht sitzen, zum Handeln auf und prangern gleichzeitig die bisherige Lebensweise dieser Generationen an. Von PolitikerInnen wie Merkel oder Macron werden sie dafür beklatscht und gelobt. Das Problem: Gehandelt wird dann meistens nur wenig!

Das sind die großen Unterschiede zu Generationenkonflikten aus dem 20. Jahrhundert. Dort ging es meist um die großen ideologischen Fragen. Männer wie Rudi Dutschke prangerten Generationen an, die Verbrechen gegen die Menschheit begangen hatten oder diese zumindest toleriert haben. Die radikalen Lösungen wurden in Protesten ausgetragen, die von der Staatsmacht gewaltsam niedergeschlagen wurden, was den harten Kern letztlich in den Untergrund trieb. All das endete im deutschen Herbst mit den grausamen Taten der RAF.

Von dieser Art extremer Generationenkonflikten sind wir zum Glück weit entfernt. Doch wenn ich an das oben beschriebene Phänomen denke, entfährt mir ein langer Seufzer. Es nervt, nicht ernst genommen zu werden. Gerade beim Klimawandel liegen die Fakten seit über 30 Jahren auf dem Tisch. Es ist das meist aufgeschobene politische Thema aller Zeiten. Jeder und Jede, der nicht ganz abseits der Realität lebt müsste wissen, was die Stunde geschlagen hat.

Nun sind wir am Knackpunkt angelangt: Die Alten wissen zwar, was sie tun müssten, müssten aber ihr Leben aus ihrer Sicht radikal umstellen, wenn sie das Klima wirklich retten wollten/wollen würden. Wir Jungen, klar können auch wir nicht so weiter machen, müssen aber noch einige Jahrzehnte länger auf einer dann erwärmten Erde leben. Unsere Generation wird es ausbaden müssen, wenn wir jetzt nicht handeln. Es würde von den Alten zwar keiner zugeben: Uns betrifft es ja nicht mehr, wieso also unser Leben auf links drehen?

Dann kam da plötzlich ein Virus. Keiner redete mehr über Paris, Kohlekraftwerke oder Klimaneutralität. Nun ging es um Fallzahlen, Inzidenzen und Intensivbetten. Der CO2 Ausstoß sank im ersten Lockdown genauso wie der Spaß am Leben. Jeder und jede musste und muss sich einschränken, es wurde immer davon gesprochen, dass die Pandemie jeden gleich trifft. Doch das war von Beginn an eine Lüge!

Ziemlich schnell wurde klar, dass je älter man [VS1] ist, umso höher die Wahrscheinlichkeit an Covid 19 zu sterben oder an einen schweren Verlauf mit Langzeitfolgen zu erkranken.

Die Pointe ist also, dass von heute auf morgen wir Jungen auf Partys, Reisen oder Mannschaftssport verzichten sollen, um die Zukunft der Alten zu sichern. Wenn es aber um die Zukunft der Jungen geht wird jahrelang nur rumgedruckst und halbgar gehandelt. Diese Diskrepanz war und ist, auch bei der Richtigkeit der meisten Corona-Maßnahmen, schwer zu ertragen. Es würde von uns Jungen zwar keiner zugeben: Uns betrifft die Krankheit ja nicht, wieso also unser Leben auf links drehen?

Nun kann man sagen, es gibt ja den natürlichen Lauf der Dinge, der einen Generationenkonflikt am einfachsten löst. Leider wird das weder für die Klimakrise noch für Corona eine Lösung sein. Die Alten sollten aufhören uns zu loben und anfangen uns ernst zu nehmen. Wir Jungen sollten weiter unsere Alten schützen und uns impfen lassen, sobald dies für alle möglich ist. Letztlich löst man einen Generationenkonflikt am besten, indem beide Parteien gemeinsam nach Lösungen suchen, auch wenn das noch einige bittere Kompromisse zur Folge haben wird. Aber das ist eben Demokratie.

©2021

Kontra 2021

„Die Welt vergöttert die Jugend, aber regieren lässt sie sich von den Alten“

-Henry de Montherlant (1895-1972)

 

Als am Ende des vergangenen Sommers Angela Merkel zum zweiten Mal, diesmal im Kanzleramt, auf Greta Thunberg traf wurde eines mal wieder klar: Unsere Kanzlerin hat durchaus Sympathien für die junge Klimaaktivistin, ihre MitstreiterInnen und die Überzeugungen, für die sie kämpfen. Doch schon vor dem Treffen war klar, dass doch eben viel Symbolik im Spiel ist. Immerhin konnte das Thema im Corona-Jahr wieder etwas Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Doch das Phänomen ist klar erkennbar: Junge Menschen fordern ihre Eltern und Großelterngeneration, die zum Großteil an den Hebeln der Macht sitzen, zum Handeln auf und prangern gleichzeitig die bisherige Lebensweise dieser Generationen an. Von PolitikerInnen wie Merkel oder Macron werden sie dafür beklatscht und gelobt. Das Problem: Gehandelt wird dann meistens nur wenig!

Das sind die großen Unterschiede zu Generationenkonflikten aus dem 20. Jahrhundert. Dort ging es meist um die großen ideologischen Fragen. Männer wie Rudi Dutschke prangerten Generationen an, die Verbrechen gegen die Menschheit begangen hatten oder diese zumindest toleriert haben. Die radikalen Lösungen wurden in Protesten ausgetragen, die von der Staatsmacht gewaltsam niedergeschlagen wurden, was den harten Kern letztlich in den Untergrund trieb. All das endete im deutschen Herbst mit den grausamen Taten der RAF.

Von dieser Art extremer Generationenkonflikten sind wir zum Glück weit entfernt. Doch wenn ich an das oben beschriebene Phänomen denke, entfährt mir ein langer Seufzer. Es nervt, nicht ernst genommen zu werden. Gerade beim Klimawandel liegen die Fakten seit über 30 Jahren auf dem Tisch. Es ist das meist aufgeschobene politische Thema aller Zeiten. Jeder und Jede, der nicht ganz abseits der Realität lebt müsste wissen, was die Stunde geschlagen hat.

Nun sind wir am Knackpunkt angelangt: Die Alten wissen zwar, was sie tun müssten, müssten aber ihr Leben aus ihrer Sicht radikal umstellen, wenn sie das Klima wirklich retten wollten/wollen würden. Wir Jungen, klar können auch wir nicht so weiter machen, müssen aber noch einige Jahrzehnte länger auf einer dann erwärmten Erde leben. Unsere Generation wird es ausbaden müssen, wenn wir jetzt nicht handeln. Es würde von den Alten zwar keiner zugeben: Uns betrifft es ja nicht mehr, wieso also unser Leben auf links drehen?

Dann kam da plötzlich ein Virus. Keiner redete mehr über Paris, Kohlekraftwerke oder Klimaneutralität. Nun ging es um Fallzahlen, Inzidenzen und Intensivbetten. Der CO2 Ausstoß sank im ersten Lockdown genauso wie der Spaß am Leben. Jeder und jede musste und muss sich einschränken, es wurde immer davon gesprochen, dass die Pandemie jeden gleich trifft. Doch das war von Beginn an eine Lüge!

Ziemlich schnell wurde klar, dass je älter man [VS1] ist, umso höher die Wahrscheinlichkeit an Covid 19 zu sterben oder an einen schweren Verlauf mit Langzeitfolgen zu erkranken.

Die Pointe ist also, dass von heute auf morgen wir Jungen auf Partys, Reisen oder Mannschaftssport verzichten sollen, um die Zukunft der Alten zu sichern. Wenn es aber um die Zukunft der Jungen geht wird jahrelang nur rumgedruckst und halbgar gehandelt. Diese Diskrepanz war und ist, auch bei der Richtigkeit der meisten Corona-Maßnahmen, schwer zu ertragen. Es würde von uns Jungen zwar keiner zugeben: Uns betrifft die Krankheit ja nicht, wieso also unser Leben auf links drehen?

Nun kann man sagen, es gibt ja den natürlichen Lauf der Dinge, der einen Generationenkonflikt am einfachsten löst. Leider wird das weder für die Klimakrise noch für Corona eine Lösung sein. Die Alten sollten aufhören uns zu loben und anfangen uns ernst zu nehmen. Wir Jungen sollten weiter unsere Alten schützen und uns impfen lassen, sobald dies für alle möglich ist. Letztlich löst man einen Generationenkonflikt am besten, indem beide Parteien gemeinsam nach Lösungen suchen, auch wenn das noch einige bittere Kompromisse zur Folge haben wird. Aber das ist eben Demokratie.

©2021