Russlandversteher- und wieso wir welche werden sollten (Teil 3)

Russlandversteher- und wieso wir welche werden sollten (Teil 3)

Kontra 2020

Heute der letzte Teil von Julius Sieberts Beitrag Russlandversteher, mit einem Blick in die Zukunft unsere Beziehungen zu Russland.  

Von Julius Siebert, KV Ostalb 

Auf dem Scheideweg der Zukunft

Eine Einbindung Russlands in die Gemeinschaft des europäischen Kontinents würde also Alternativen aufzeigen. Zeigen, dass es einen anderen Weg gibt. Man würde Ressentiments innerhalb der russischen Bevölkerung gegenüber dem Westen abzubauen. Um selbstbewusst unsere Werte in die russische Bevölkerung tragen zu können, um für kulturellen Austausch zu sorgen müssen wir aufhören die russische Bevölkerung unnötig zu bestrafen. Zusätzlich würde der Ausbau von Kulturprogramen mehr Verständnis schaffen. Dies würde auch bei der sowjetdeutschen Minderheit in Deutschland auf Anklang stoßen. Gleichzeitig könne man so der Idealisierung von Russland in diesem AfD nahen Milieu Einhalt gebieten. Ihnen vor Augen zu führen zu können, dass in Russland nicht alles so gut läuft, wie es das russische Staatsfernsehn präsentiert. Wir müssen zeigen, dass wir uns als Deutsche, Europäer, Sozialdemokraten nicht vor einem Dialog fürchten. Wir sind überzeugt davon, dass Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität immer gegen Unterdrückung, Zensur, Diskriminierung gewinnen werden.

Ich glaube nicht, dass die Russen auf einen Schlag unsere engsten Verbündeten werden. Vielleicht findet während Putins Herrschaft auch gar keine Annäherung 




statt. Doch sollten wir es versuchen und in den Dialog treten. Unser Augenmerk sollte also darauf liegen eine pragmatische, themenbezogene Beziehung zu führen, ohne dabei Kompromisse bei unseren Überzeugungen zu machen. Doch dafür müssen wir die russischen politischen Grundsätze kennlernen. Denn dann erkennen wir auch Gemeinsamkeiten, und sehen, dass eine Zusammenarbeit, in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, globaler Kooperation möglich ist.

Frieden schafft man mit Verständnis und Partnerschaft. Die Gründung der EGKS, der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, hat zu einem Projekt geführt, dass wir heute als die EU kennen. Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Kultureller Austausch haben Frieden in Europa, nach Jahrhunderten des Krieges geschaffen. Partnerstädte und Fremdsprachenunterricht haben Vertrauen und Verständnis zwischen den Erbfeinden Frankreich und Deutschland geschaffen. Es ist nicht schwer in einem Freund einen Verbündeten zu sehen, aber auf einen Feind zuzugehen und einen Freund in ihm zu finden, das erfordert Mut und wahre Größe. Dafür müssen wir es aber ernsthaft versuchen. Daran hängt der Frieden in Europa.

Über den Autor:

Julius Siebert ist Ombudsperson der Jusos BW und Landesausschussdelegierter der Jusos Ostalb.

Er studiert Geschichte an der Uni Tübingen und hat einen sowjetdeutschen Migrationshintergrund.

©2020

Kontra 2020

Heute der letzte Teil von Julius Sieberts Beitrag Russlandversteher, mit einem Blick in die Zukunft unsere Beziehungen zu Russland.  

Von Julius Siebert, KV Ostalb 

Auf dem Scheideweg der Zukunft

Eine Einbindung Russlands in die Gemeinschaft des europäischen Kontinents würde also Alternativen aufzeigen. Zeigen, dass es einen anderen Weg gibt. Man würde Ressentiments innerhalb der russischen Bevölkerung gegenüber dem Westen abzubauen. Um selbstbewusst unsere Werte in die russische Bevölkerung tragen zu können, um für kulturellen Austausch zu sorgen müssen wir aufhören die russische Bevölkerung unnötig zu bestrafen. Zusätzlich würde der Ausbau von Kulturprogramen mehr Verständnis schaffen. Dies würde auch bei der sowjetdeutschen Minderheit in Deutschland auf Anklang stoßen. Gleichzeitig könne man so der Idealisierung von Russland in diesem AfD nahen Milieu Einhalt gebieten. Ihnen vor Augen zu führen zu können, dass in Russland nicht alles so gut läuft, wie es das russische Staatsfernsehn präsentiert. Wir müssen zeigen, dass wir uns als Deutsche, Europäer, Sozialdemokraten nicht vor einem Dialog fürchten. Wir sind überzeugt davon, dass Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität immer gegen Unterdrückung, Zensur, Diskriminierung gewinnen werden.

Ich glaube nicht, dass die Russen auf einen Schlag unsere engsten Verbündeten werden. Vielleicht findet während Putins Herrschaft auch gar keine Annäherung 

 

 


statt. Doch sollten wir es versuchen und in den Dialog treten. Unser Augenmerk sollte also darauf liegen eine pragmatische, themenbezogene Beziehung zu führen, ohne dabei Kompromisse bei unseren Überzeugungen zu machen. Doch dafür müssen wir die russischen politischen Grundsätze kennlernen. Denn dann erkennen wir auch Gemeinsamkeiten, und sehen, dass eine Zusammenarbeit, in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, globaler Kooperation möglich ist.

Frieden schafft man mit Verständnis und Partnerschaft. Die Gründung der EGKS, der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, hat zu einem Projekt geführt, dass wir heute als die EU kennen. Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Kultureller Austausch haben Frieden in Europa, nach Jahrhunderten des Krieges geschaffen. Partnerstädte und Fremdsprachenunterricht haben Vertrauen und Verständnis zwischen den Erbfeinden Frankreich und Deutschland geschaffen. Es ist nicht schwer in einem Freund einen Verbündeten zu sehen, aber auf einen Feind zuzugehen und einen Freund in ihm zu finden, das erfordert Mut und wahre Größe. Dafür müssen wir es aber ernsthaft versuchen. Daran hängt der Frieden in Europa.

 

Über den Autor:

Julius Siebert ist Ombudsperson der Jusos BW und Landesausschussdelegierter der Jusos Ostalb.

Er studiert Geschichte an der Uni Tübingen und hat einen sowjetdeutschen Migrationshintergrund.

©2020

Kontra 2020

Heute der letzte Teil von Julius Sieberts Beitrag Russlandversteher, mit einem Blick in die Zukunft unsere Beziehungen zu Russland.  

Von Julius Siebert, KV Ostalb 

Auf dem Scheideweg der Zukunft

Eine Einbindung Russlands in die Gemeinschaft des europäischen Kontinents würde also Alternativen aufzeigen. Zeigen, dass es einen anderen Weg gibt. Man würde Ressentiments innerhalb der russischen Bevölkerung gegenüber dem Westen abzubauen. Um selbstbewusst unsere Werte in die russische Bevölkerung tragen zu können, um für kulturellen Austausch zu sorgen müssen wir aufhören die russische Bevölkerung unnötig zu bestrafen. Zusätzlich würde der Ausbau von Kulturprogramen mehr Verständnis schaffen. Dies würde auch bei der sowjetdeutschen Minderheit in Deutschland auf Anklang stoßen. Gleichzeitig könne man so der Idealisierung von Russland in diesem AfD nahen Milieu Einhalt gebieten. Ihnen vor Augen zu führen zu können, dass in Russland nicht alles so gut läuft, wie es das russische Staatsfernsehn präsentiert. Wir müssen zeigen, dass wir uns als Deutsche, Europäer, Sozialdemokraten nicht vor einem Dialog fürchten. Wir sind überzeugt davon, dass Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität immer gegen Unterdrückung, Zensur, Diskriminierung gewinnen werden.

Ich glaube nicht, dass die Russen auf einen Schlag unsere engsten Verbündeten werden. Vielleicht findet während Putins Herrschaft auch gar keine Annäherung 




statt. Doch sollten wir es versuchen und in den Dialog treten. Unser Augenmerk sollte also darauf liegen eine pragmatische, themenbezogene Beziehung zu führen, ohne dabei Kompromisse bei unseren Überzeugungen zu machen. Doch dafür müssen wir die russischen politischen Grundsätze kennlernen. Denn dann erkennen wir auch Gemeinsamkeiten, und sehen, dass eine Zusammenarbeit, in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, globaler Kooperation möglich ist.

Frieden schafft man mit Verständnis und Partnerschaft. Die Gründung der EGKS, der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, hat zu einem Projekt geführt, dass wir heute als die EU kennen. Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Kultureller Austausch haben Frieden in Europa, nach Jahrhunderten des Krieges geschaffen. Partnerstädte und Fremdsprachenunterricht haben Vertrauen und Verständnis zwischen den Erbfeinden Frankreich und Deutschland geschaffen. Es ist nicht schwer in einem Freund einen Verbündeten zu sehen, aber auf einen Feind zuzugehen und einen Freund in ihm zu finden, das erfordert Mut und wahre Größe. Dafür müssen wir es aber ernsthaft versuchen. Daran hängt der Frieden in Europa.

Über den Autor:

Julius Siebert ist Ombudsperson der Jusos BW und Landesausschussdelegierter der Jusos Ostalb.

Er studiert Geschichte an der Uni Tübingen und hat einen sowjetdeutschen Migrationshintergrund.

©2020